Investoren vertrauen Hochzinsanleihen

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11. April 2019
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Peter Jeggli

Nach der schnellen Erholung und den gestiegenen Kursen im ersten Quartal bleiben die Aussichten im Segment der Hochzinsanleihen (High-Yield-Bonds) solide. Die Unternehmensdaten verbessern sich weiterhin und die Firmen weisen gute Bilanzen aus. Hinzu kommt, dass die Ausfallraten, einer der wichtigsten Parameter in dieser Anlageklasse, weiterhin tief sind und dadurch das Investorenvertrauen stärken. Wenn zudem die Rohstoffpreise stabil bleiben oder zulegen und die Weltwirtschaft nicht einbricht, dürften Hochzinsanleihen dieses Jahr eine attraktive Rendite erzielen. Unterstützend ist auch die Tatsache, dass der Markt technisch gesund ist. Das bedeutet: Das Volumen der Neuemissionen liegt unter dem Volumen der Fälligkeiten und sorgt für ein reduziertes Angebot bei hoher Nachfrage.

Aktuell verunsichert das Thema Rezession die Märkte. Die Inversion der US-Zinskurve wird von vielen Marktteilnehmern als Signal einer aufkommenden Rezession gewertet. Doch es gibt verschiedene Messlatten und auch unterschiedlich lange Zeitperioden für solche historischen Muster. Aufgrund des weiterhin robusten weltweiten Konsumverhaltens und relativ stabiler Rohstoff- und Währungsmärkte können wir uns durchaus vorstellen, dass die Angst vor einer Rezession derzeit als übertrieben wahrgenommen wird. Dennoch nehmen wir die fallende Zinsentwicklung als Einflussfaktor stärker zur Kenntnis, weil dies tatsächlich eine Verschlechterung der Wirtschaft signalisiert. Zusammenfassend werten wir die momentane Situation jedoch nicht als Vorbote einer unmittelbar bevorstehenden Rezession.

Die Spreu vom Weizen trennen

Dass es an den Kreditmärkten diverse Unwägbarkeiten beziehungsweise Unsicherheiten gibt, ist unbestritten. Es ist zum aktuellen Zeitpunkt daher wichtiger denn je, die Spreu vom Weizen zu trennen und im Kreditresearch seine Hausaufgaben zu machen. Einen konsequenten Fokus bei der Titelauswahl legen wir in der jetzigen Spätphase des Konjunkturzyklus schon seit geraumer Zeit auf potenzielle Aufsteiger. Dies sind High-Yield-Unternehmen, bei denen wir in absehbarer Zeit eine Hochstufung auf Investment Grade erwarten. Seit Anfang des Jahres gab es bereits mehrere derartige Upgrades und entsprechende Kursgewinne.

Abschließend sei erwähnt, dass Hochzinsanleihen in den vergangenen 32 Jahren 26 Mal eine positive Rendite erzielten – und es kamen keine zwei aufeinander folgenden negativen Jahre vor. Die schnelle Erholung in diesem Jahr ist eine erneute Bestätigung des Musters der letzten Jahrzehnte und zeugt von der langfristigen Attraktivität des High-Yield-Segments.

Ein Marktkommentar von Peter Jeggli, Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management in Zürich.