Schwacher Export: Frankreichs Unternehmen leiden

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04. Dezember 2018
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Redaktion RISIKO MANAGER

Frankreich steht derzeit nicht nur wegen der „Gelbwesten“-Krawalle im Fokus der Betrachtung, auch für die Wirtschaft ziehen dunklere Wolken auf. Bei den französischen Unternehmen zeigt sich derzeit eine Umkehr bei der Insolvenzentwicklung. Nach zwei Jahren der Verbesserung stieg die Zahl der zahlungsunfähigen Unternehmen zuletzt wieder an, und der Trend dürfte auch im kommenden Jahr anhalten. Die Analysten des Kreditversicherers Coface machen einen Grund für diese Entwicklung in der schwachen Exportleistung französischer Unternehmen aus. Dies betreffe die meisten wichtigen Exportbranchen.

Im dritten Quartal 2018 stieg die Zahl der Insolvenzen um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies geht einher mit dem auf 1,6 Prozent verlangsamten Wirtschaftswachstum und dem gebremsten Konsum. Neun von 13 Regionen im Land sind betroffen, besonders der Großraum Paris. Am häufigsten werden kleine Unternehmen mit Umsätzen bis zu 500.000 Euro zahlungsunfähig. Den stärksten Anstieg verzeichnen die Branchen Transport und Landwirtschaft. In der Addition der ersten neun Monate jedoch sank die Zahl der Insolvenzen in Frankreich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent.

Gegenüber anderen europäischen Ländern fällt Frankreichs Exportbilanz ab, nämlich um -0,4 Prozent, während Spanien, Italien und auch Deutschland teils kräftige Steigerungen vorweisen können. „Dabei hat sich die Preiswettbewerbsfähigkeit dieser Länder nicht so gut entwickelt wie die Frankreichs“, analysiert Coface. Die französischen Unternehmen setzen erkennbar darauf, ihre Gewinnsituation zu verbessern. Sie reduzieren deutlich die Finanzierungs- und Personalkosten, trotzdem führte diese bessere Wettbewerbsfähigkeit nicht zu einem Export-Aufschwung. „Die Disbalance zwischen verbesserten Kostenrelationen und Exportleistung erklärt sich zum Teil dadurch, dass Unternehmen die Vorteile nicht in günstigere Verkaufspreise umgesetzt haben, um Marktanteile auszubauen, sondern in die Verbesserung der allgemeinen Margen gesteckt haben. Dies trifft auf die meisten Exportbranchen zu, die von 2014 bis 2016 eine verschlechterte Handelsbilanz aufweisen: Automotive, Luftfahrt, Pharma, AgroFood, Computer und elektronische Ausrüstung. Nur wenige Sektoren haben ihre Margen reduziert: Maschinenbau war eine solche Ausnahme.“ 

Für 2019 erwartet der Kreditversicherer einen leichten Anstieg der Insolvenzen in Frankreich um 0,8 Prozent nach einem Rückgang um 3,4 Prozent in diesem Jahr. Das BIP-Wachstum werde sich 2019 voraussichtlich auf 1,5 Prozent einbremsen. Und auch der Zuversicht-Index in der Baubranche, ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftsaktivität und im eigenen Modell, werde weiter sinken. (kra) 

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