EZB-Aufseher: Sorge um schwache Profitabilität

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22. November 2018
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Von Andreas Plecko

Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgt sich weiter über eine schwache Profitabilität im Bankensektor.

"Die Profitabilität hat sich zwar verbessert, ist aber im Durchschnitt immer noch vergleichsweise schwach", sagte EZB-Aufseher Ignazio Angeloni im Rahmen einer Konferenz an der Frankfurter Goethe-Universität. Es sei natürlich zu bedenken, dass ein sichererer Bankensektor etwas weniger profitabel sein dürfte als ein riskanter, wie es ihn vor der Finanzkrise gab. Aber die niedrigen Renditen der Banken seien immer noch zu oft das Ergebnis überhöhter Kosten, ineffizienter Prozesse und schwacher Geschäftsstrategien, so Angeloni.

Daher sei sowohl von Seiten der Branche als auch von Seiten der Aufsichtsbehörde mehr Arbeit erforderlich. In jüngster Zeit hätten die EU-weiten Stresstests neue Erkenntnisse über die Widerstandsfähigkeit von Großbanken geliefert. Die Marktreaktionen nach der Veröffentlichung der Ergebnisse deuteten aber darauf, dass die Unsicherheiten nicht vollständig ausgeräumt seien. Auch in diesem Bereich seien weitere Arbeiten erforderlich, um die Aussagekraft von Stresstests zu verbessern, die sich auf das Szenario-Design, die Stresstestmethodik und die Verbindung zwischen den Ergebnissen der Stresstests und den nachfolgenden aufsichtsrechtlichen Maßnahmen konzentrierten, sagte Angeloni. (DJN) 

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