Bank Berenberg: CO2-Preis wird kräftig steigen

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06. Februar 2019
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die Analysten der Bank Berenberg bleiben in ihrem aktuellen Researchbericht zum Emissionshandel bei ihrer Prognose eines Preisziels von 45 Euro je Tonne für den Dec-19-Kontrakt. 2020 könne der Preis im Basisszenario bis auf 65 Euro steigen, so die Analysten. Unter Umständen könne der Preis auch bis auf 107 Euro je Tonne anziehen.

Das ist zugleich die Summe, die CO2-Emittenten zahlen müssen, wenn sie keine Zertifikate für ihre Emissionen einreichen. Laut Berenberg ergeben sich bei einem Preis von 22 Euro je Tonne noch keine CO2-mindernden Effekte. Diese seien erst bei einem Preis von 27 Euro zu erwarten. Dadurch wäre das Defizit am Zertifikatemarkt aber nur reduziert und nicht beseitigt, sodass der Preisauftrieb weitergehen sollte.

Markt wird im Defizit bleiben  

Bei steigenden CO2-Preisen dürften vor allem Kohlekraftwerke zugunsten von Gaskraftwerken aus dem Markt gehen. Der Kohlepreis würde laut Berenberg Bank fallen, der Gaspreis zumindest relativ zur Kohle steigen. Dadurch würde aber der CO2-Preis noch weiter klettern, weil die Kosten zur Verminderung weiterer CO2-Emissionen von Gaskraftwerken höher als bei Kohlekraftwerken liegen und der Markt selbst dann noch im Defizit wäre. Emittenten, die sich darauf verließen, sich mit ihren Emissionen zu einem niedrigeren Preis als dem aktuellen einzudecken, dürften sich täuschen, warnen die Analysten.

Laut Berenberg wird der Markt im Defizit bleiben, unabhängig davon, wie die Empfehlungen der deutschen Kohlekommission umgesetzt werden. Unter den skizzierten Umständen macht es laut Berenberg auch keinen Sinn, wenn Kraftwerksbetreiber wie RWE angesichts der absehbaren Stilllegungen ihrer Kohlekraftwerke jetzt überflüssige Zertifikate auf den Markt werfen. (DJN)

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